Zeichnen und visuelle Sprachen

E264-01

Der Schwerpunkt der Grundlehre im Bachelorstudium Architektur liegt im gezielten Wahrnehmen und Erfassen und Analysieren von Formen, Strukturen und Proportionen mittels genauem Beobachten und adäquater zeichnerischer Umsetzung. Wir wollen den Studierenden gleich zu Beginn ihrer Ausbildung darstellerische Ausdrucksmittel eröffnen, die die Anfertigung individueller, imaginativer Freihanddarstellungen ermöglichen. Die Zeichnung, die Skizze dient als ein unmittelbares und direktes Kommunikationsmittel.

Im Masterstudium werden mittels einer forschungsgeleiteten Lehre traditionelle Maßnahmenkataloge des architektonischen Gestaltungsprozesses hinterfragt oder bereichert. Erprobt werden neue Modelle der Partizipation, der Organisation und des Informationsflusses, wie sie sich aus dem gegenwärtigen Kunstschaffen ableiten lassen. Im Rahmen von Künstlerischen Projekten und zwei themenspezifischen Modulen Integrales Kommunikationsdesign und Kunsttransfer stellen wir Aspektwechsel her und lenken den Blick auf aktuelle, oft noch verdeckte Problemstellungen. Realisierungen vor Ort und das Intervenieren in eine konkrete Situation schärfen die Ideen an der Wirklichkeit. Nicht selten ergeben sich dabei aufgrund beschränkter Ressourcen alternative Handlungsmodelle und Strategien.

Die breit gefächerte Forschungs- und Publikationstätigkeit der Abteilung verweist auf ein reichhaltiges Spektrum theoretischer Auseinandersetzung und praxisrelevanter künstlerischer Forschung: 

Kunst und öffentlicher Raum – eine Schnittstelle von Kunst und Urbanismus, stellt die Frage, welche Funktion Kunst im Kontext von Stadtentwicklung hat. Als wesentliches Element des Forschungsprojektes wurde die Website urban-matters.org installiert, die internationale kontextspezifische Projekte versammelt und analysiert.

Kommunikationsdesign untersucht die medialen Dimensionen des öffentlichen Raumes. Es entstehen umfangreiche Analysen zur semiologischen Struktur städtischer Lebenswelten (www.werbefrei.org) mit dem Ziel, alternative Kommunikations-Modelle und die Auslotung von Potentialen zur Einschreibung der Subjekte in die urbane Kommunikationssphäre zu erarbeiten.

Kunst, Architektur und Bildung – Mit dem „Arbeitsraum Bildung“ wurde eine transdisziplinäre Fakultätsplattform installiert, die an der Etablierung innovativer Zugänge in Lehre und Forschung arbeitet. Laufende Lehr- und Forschungsvorhaben sind „Displaced“, „Place of Importance“ und „Bildungslandschaften in Bewegung“: In Real-Live-Projekten und kooperativen Prozessen werden modellhafte bildungsrelevante Integrationsräume, sozialräumliche urbane Vernetzungen sowie Räume für neue Lehr- und Lernformen entwickelt. futurelab.tuwien.ac.at/bildungslandschaften-in-bewegung

Konstruktives räumliches Skizzieren – Praxisbezogene, konstruktive Methoden zur freihändig zeichnenden Bewältigung vorgestellter Räume werden im Rahmen der Lehre entwickelt und optimiert.

Erinnerungskultur – Im Zentrum von Forschung und Lehre stehen ästhetische, materielle, architektonische und räumliche Aspekte von kollektiven (NS) Erinnerungsorten in ihrer Wechselwirkung mit gedächtnispolitischen Fragen der Teilhabe an Stadt und Gesellschaft.

Forschungsbereichsleitung (ad interim)