Hochbau und Entwerfen

E253/4

Hochbau und Entwerfen — Forschungslabor für Baukunst. Unser Beruf wird stets komplexer. Unter den sich beschleunigenden Bedingungen der Baubranche sieht sich die architektonische Kompetenz zunehmend von der Zerlegung in Teilsegmente bedroht. Während die ArchitektInnen in die Rolle des dekorativen Gestaltens zurückgedrängt werden – oder sich freiwillig in dieser zurücklehnen – wird die Konstruktionskompetenz vermehrt spezialisierten Technikdisziplinen zugewiesen. Tragwerkskonstruktionen werden von IngenieurInnen geplant und optimiert, die die ArchitektInnen in globalisiertem Formenvokabular marketinggerecht verkleiden dürfen, flankiert von einer autonom operierenden Heerschar von technischen SpezialistInnen aus den Bereichen Haustechnik, Nachhaltigkeit, Bauphysik, Brandschutz, Fassaden- und Kostenplanung, Baumanagement und vielen mehr. 

Hinter dieser Spezialisierung lauert die Gefahr der Auflösung einer traditionell unserem Berufsbild zugehörigen Gesamtverantwortung – zu einem hohen Zukunftspreis für die Baukultur. In der Tat wollen wir die Rolle der Architektur als eine umfassende, generalistische verstanden haben. Baukonstruktion im Sinne eines verantwortungsbewussten und integrativen Anspruchs meint für uns Baukunst, durchaus im originären Sinne des Begriffs. Gemeint ist der Anspruch, Bauen als einen Akt des Zusammenführens zu verstehen. 

Daraus geht ein Anspruch für Lehre und Forschung hervor, der unter den komplexen Bedingungen der heutigen Baukultur nach neuen Lehrmethoden verlangt. Eine profunde Kenntnis der Geschichte der Architektur und der Baukonstruktion erachten wir als erste Voraussetzung. In der Vorlesung Hochbau Einführung wird der Einstieg dazu vermittelt (1. Sem. > Konstruktion wahrnehmen). Im Grundkurs Architektur und Konstruktion (2. Sem. > Konstruktion begreifen und interpretieren) sowie in der darauffolgenden Übung Hochbau und Tragwerk (3. Sem. > Konstruktion vertiefen und darstellen) tasten sich die Studierenden schrittweise an die kulturellen und technischen Errungenschaften der Disziplin heran, um sie als Basis für die Weiterentwicklung in unserer eigenen entwerferischen Tätigkeit verfügbar machen zu können. Die Geschichte des Bauens wird als fruchtbarer Fundus erschlossen: Wir können Motivationen und Gedankengänge aus ihr schöpfen, an ihr messen, in ihr festigen, um schließlich unsere eigenen Beiträge in diesen kulturgeschichtlichen Ablauf einbetten zu dürfen. 

Im Zentrum der Methodik steht die Vermittlung einer Gleichzeitigkeit des Denkens, das die vielschichtigen Bedingungen eines Entwurfs- und Planungsprozesses zu verschränken vermag. Das synchrone Entwerfen1 soll eine kontinuierliche, sich gegenseitig befruchtende Parallelität von Analyse- und Entwurfsarbeit fördern. Das ständige Springen zwischen unterschiedlichsten Maßstäben und Arbeitsinstrumenten (Zeichnung – Modell – Text) ist in der Projektentwicklung zentral. Ihre gesteuerte Erprobung soll den Weg zu einem anspruchsvollen synchronen Entwerfen in unseren Bachelor-/ Masterkursen weisen.

Astrid Staufer, Thomas Hasler: www.staufer-hasler.ch

1 Zum Begriff des „synchronen Entwerfens“ vgl. die Publikationen Staufer & Hasler Architekten, Band II, Methoden; Verlag Niggli AG, Sulgen / Zürich 2009 und Recherches et expérimentation / Suchen und Forschen; l’Atelier Staufer & Hasler à l’Institut d’architecture de l’EPF de Lausanne; LABEX 2011

Header: Michaela Tomaselli: Ausdruck und Genealogie der Konstruktionssprache der textilen Tektonik (Otto Wagner – Steinhof – Tragstruktur und Bekleidung)

Abteilungsleitung

Univ.Prof. Dr.sc.techn. Thomas Hasler Kontakt: TISS

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Professur | Venia: Baukonstruktion

Prof. Staufer
Univ.Prof. Dipl.-Arch. Astrid Staufer Kontakt: TISS

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Professur | Venia: Baukonstruktion

Professur

Priebernig
Univ.Prof. Arch. Dipl.-Ing. Dr.techn. Heinz Priebernig Kontakt: TISS

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Professur | Venia: Hochbau und Entwerfen