Anna Minta: Wissenstempel und humanistisches Forum. Ideale in der Bildungsarchitektur nach 1945

Dienstag, 12.12.2017, 18:30 Uhr
Hörsaal 11

Hauptgebäude
2. Stock, Stiege 3

Die Abteilung Denkmalpflege und die Abteilung Kunstgeschichte der TU Wien laden Sie zum dritten Vortrag der Reihe „Wiener Vorträge zur Architekturgeschichte und Denkmalpflege“ im Wintersemester 2017–2018 herzlich ein.

Anna Minta (Katholische Privat-Universität Linz) 

"Wissenstempel und humanistisches Forum. Ideale in der Bildungsarchitektur nach 1945"

Nach den traumatischen Erfahrungen im Nationalsozialismus erhielten Bildungs- und Kulturbauten unter dem Schlagwort der „Redemokratisierung“ in Österreich und Deutschland besondere Förderung. Auch international entstanden zahlreiche neue Universitäten, die als Fortschritts- und Wirtschaftsmotoren fungieren sollten. In postkolonialen Staatsgründungsprozessen dienten Bildungsinstitutionen als neue Orte einer nationalen Identitätsstiftung. Der Vortrag diskutiert Campusbauten als architektonische Manifestationen der Nachkriegsmoderne und die hinter ihnen stehenden Bildungsideale. In der Vielfalt ästhetischer Konzepte zeigen sich die Bemühungen um transnationale Bezüge der Moderne auf der einen Seite und um nationale Referenzen einer Bildungspolitik auf der anderen Seite. Architektonische und räumliche Experimente werden im Kontext gesellschaftlicher Reformkonzepte vorgestellt.